Bitte vergib mir! – Vergebung lernen

Vergebung im Konflikt

 

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Bei diesen Worten klingelt es sicherlich in deinen Ohren, oder? Wie oft bist du schon freiwillig oder unfreiwillig in einen Konflikt gestolpert?

Der Grundgedanke der Menschen zu dem Wort „Konflikt“ ist ja eher negativ behaftet. Die Gedanken zu „Vergebung lernen“ eher schwermütig. Doch warum?

Wenn du das Wort Konflikt hörst, an was denkst du dann als erstes? Welches Paradewort fällt dir dazu ein?Streit? Zwist? Hinterhältigkeit? Und welche Empfindungen stellen sich dazu ein? Ohnmacht? Wut? Hilflosigkeit? Verbitterung? Ablehnung? Und was ist, wenn du darüber nachdenkst, Vergebung lernen zu können?

 

https://spirit-is.life/vergebung-und-konflikt/Ein Konflikt ist eine Situation, in der zwei – in der Regel vollkommen unterschiedliche – Auffassungen einer Begebenheit oder Sache aufeinander prallen und zu Unfrieden im Miteinander oder in sich selbst führen.

 

Mein kleines Beispiel eines Konflikts, dass ich bei einem abendlichen Spaziergang beobachtete:

Ich wohne ja auf dem platten Land. Irgendwo zwischen einer gefühlten Million Felder, Kühen, Schafen, einer Straßenlaterne und ner Menge Bäume ohne wirkliche Infrastruktur. Da lohnt es sich, am Abend noch mal über staubige Feldwege zu stolpern und den Bodenwellen auszuweichen, um das innere Gleichgewicht nach einem schrägen Tag wieder zu festigen. Dachte ich mir zumindest. Bis ich Zeugin eines alltäglichen Konflikts wurde:

Ich mache also einen gemütlichen Spaziergang in der Abendsonne. Alles ist top! Fast alleine auf der Straße. Genieße die wärmenden Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht. Fühle mich so richtig schön entspannt.

Ganz anders als die Frau, die mir entgegen kommt . . .

Von weitem erkenne ich bereits, dass sie von einem Fellknäuel an der Leine hinter sich hergezogen wird. Dieses kleine, wuselnde Etwas, dass ich nach wenigen Metern als Hund ausmachen kannst, beginnt wie wild Alarm zu schlagen, als es mich sieht. Dreht komplett durch. Ähnlich so, als hätte ich unwillentlich eine rot leuchtende Laserlinie in einem Hochsicherheitstrakt durchkreuzt, werde ich mit dem ohrenbetäubenden Geräusch der dazugehörigen Sirene konfrontiert. Die Fellnase zerrt und zieht nach Leibeskräften in meine Richtung und fletscht, knurrt, kläfft was das Zeug hält. Es führt seine Halterin Gassi. Lässt sie, schweißgebadet, hinter sich stolpern. Schon fast hüpfend. https://spirit-is.life/vergebung-und-konflikt/

Fast in meiner Reichweite, platzt der super überforderten Hundehalterin, die mit Pfiffi, Wuffi, Waldi – oder wie auch immer die kleine, kläffende Kratzbürste heißen mag – unterwegs ist, der Kragen und sie schimpft:

„Nein Pfiffi-Wuffi-Waldi! Aus, habe ich gesagt! AUS! Hörst du jetzt auf, Pfiffi-Wuffi-Waldi!“

Doch Pfiffi-Wuffi-Waldi hört nicht auf . . .

Je mehr Frauchen sich in diese Situation – die sie gerade sicherlich zum wiederholten Male erlebt – hineinsteigert, desto mehr fühlt sich Pfiffi-Wuffi-Waldi angestachelt. Hetzt, kläfft, und springt um sie herum. Reißt an der Leine wie ein tollwütiges Eichhörnchen und zerrt das arme Frauchen in eine Richtung, in die es gar nicht gehen möchte. Hilflos und mit Pfiffi-Wuffi-Waldi im Konflikt total überfordert, lässt sie sich – zeternd – hinterher schleifen und versteht einfach nicht, warum Pfiffi-Wuffi-Waldi nicht endlich stehen bleibt. Schreit sie nicht laut genug? Dieses Vieh müsste doch spüren, sehen und verstehen, dass Frauchen so gar nicht DAS will, was dieses Teil an der Leine wie selbstverständlich abzieht. Irgendwann – gefühlte drei Kilometer später – hat Frauchen dann wirklich die Nase voll und zerrt zurück. An der Leine. Reißt den Piffi-Wuffi-Waldi zu sich heran und brüllt: „AUS! DU blöde Thöle! SCHLUSS JETZT!“

SO! Jetzt hat sie es dem Hund aber gegeben! Doch warum diese Situation überhaupt erst so eskalieren konnte, versteht das Frauchen nicht und trottet, mit einem verwirrten Dackelgedöns an der pinken Lederschnur und vollkommener Überforderung in ihrem Denken, nach Hause. Hinterfragt sich. Hadert mit sich. Sucht die Schuld bei sich und findet keine. Gibt die Schuld dem Pfiffi-Wuffi-Waldi, doch dadurch fühlt sie sich auch nicht besser. Was soll sie tun?

 

Konflikte lauern im Verborgenen an jeder Ecke.

Gerade schlendert man noch pfeifend die Straße des Lebens entlang, genießt das wundervolle Umfeld, das man sich selbst geschaffen hat, streckt die Nase in Richtung Himmel und fühlt sich verbunden mit der Welt, ist rund herum zufrieden und dann – ZACK! Liegt man auf der Nase, weiß gar nicht, wie das passieren konnte, hebt den Kopf verdattert aus dem Staub, eine Prise bitteren Sand auf der Zunge und sieht gerade noch den Konflikt zynisch kichernd an sich vorbei zurück in das Versteck flitzen, aus dem er unvorbereitet auf dich zugeschossen kam. https://spirit-is.life/vergebung-und-konflikt/

Ein Konflikt stellt sich ein, sobald wir eine Sicht, Auffassung oder ein Empfinden zu einer Situation haben, die nicht mit unserem eigenen Denken, Fühlen und Handeln überein stimmt. Wir erleben ein inneres Zerwürfnis. Mit uns selbst und mit unserem Gegenüber. In der Regel ist mindestens eine zusätzliche Person an einem Konflikt beteiligt. Manchmal aber, tragen wir einen Zwist auch einfach mit uns selbst aus, weil wir etwas getan, gesagt oder empfunden haben, was wir von uns selbst auf diese Art und Weise nicht wollen.

Der große Krach kommt oftmals unvermittelt

Baut sich auf und festigt sich. Wie Nebel, der am Abend aufzieht und dir, widererwarten, binnen Sekunden die Sicht nimmt. Die Sicht auf die neutrale und klare Umgebung – das Erfahren.Innerhalb eines Konfliktes erfährst du also etwas, dass dich durcheinander wirbelt. Dein Gefühls- und Gedankenmuster auf den Kopf stellt und in dir Emotionen auslöst, die sehr schwer zu greifen und zu verarbeiten sind. Weil es in der Regel nicht nur ein Gefühl ist, was in einer Differenz auftritt, sondern ein komplexes Zusammenspiel an Auffassung, Empfinden und Nachhall der Situation.

 

Wie löse ich einen Konflikt mit mir selbst und/oder mit Beteiligten?

Ein Konflikt will zuallererst verstanden werden. Er will gehört, gesehen und gefühlt werden, um sich transparent machen zu können. Dazu ist es wichtig, beruhigt in eine neutrale, möglichst außenstehende Haltung zu gehen und zu reflektieren.

 

REFLEKTION

Ist das Schlüsselwort zum ersten Schritt der Anerkennung. Man erkennt an, dass in einer erlebten Situation etwas vollkommen schief gelaufen ist.

Nimm die komplette Begebenheit an dem was war und dem, was nun ist, auseinander. Frag dich nach dem WARUM. Warum ist es zu dem Konflikt gekommen? Was war der Auslöser? Betrachte dein Verhalten und das Verhalten deines Gegenüber im Kontext. Wie bei einem Tennisspiel! Wer hatte Aufschlag? Wie verlief das Match? Wer machte schlussendlich den Punkt? https://spirit-is.life/vergebung-und-konflikt/

VERSTÄNDNIS

Um einen Konflikt schlichten zu können, musst du verstehen, warum es zu dieser Auseinandersetzung kommen konnte. Nehmen wir einen Konflikt mit einem anderen Menschen:

Um diesen zu lösen ist es unabdingbar, dass du dich in dein Gegenüber hineinversetzt und zwar mit jeder Faser deines Seins. Alles hinterfragst. Was hat diese Person dazu bewogen, so zu denken, handeln und fühlen? Was habe ich dazu beigetragen? Worauf hat diese Person reagiert? Versuche stets von deinem Verhalten auf das Verhalten deines Gegenübers zu schließen und Verständnis und Mitgefühl aufzubringen. An einem Konflikt, an einem Tennisspiel des emotionalen Zerwürfnisses, sind immer beide Parteien beteiligt. Niemals gibt es in einem Konflikt nur einen Schuldigen. Als guck dir konsequenter Weise auch deine weiße Weste an und zähl die Flecken darauf. Nimm sie an! Lern daraus! Wachse daran! Die Weste wird mitwachsen.

 

VERGEBUNG LERNEN

Erfolgt durch das Verständnis als logische Konsequenz. Wenn du dich vollkommen in dein Gegenüber hineinversetzen konntest und nachvollzogen hast, warum diese Person getan, gesagt, gedacht, gefühlt hat, wie sie eben getan hat, dann kannst du verstehen. Und wenn du verstehst, dann kannst du vergeben. Hinterfrage dich bitte stets selbst: Wie hätte ich in dieser Situation empfunden? Mit dem Wissen des Beteiligten?

 

KOMMUNIKATION

Natürlich ist es das beste Stilmittel, einen Konflikt beizulegen. Doch nicht immer ist es möglich, in ein anschließendes Gespräch zu gehen. Manchmal sind die Mauern zu hoch oder die Person ist nicht mehr erreichbar, vielleicht auch, weil sie verstorben ist.

In dem Fall, dass du einen Konflikt mit dir selbst austrägst, ist es eine schwere Grenzübung, mit dem ICH in den Kontakt zu kommen. Sich selbst zu vergeben ist eine der schwierigsten Lebensaufgaben, aber sie ist machbar. Mit sehr viel Übung.

Sprich mit der Person oder mit dir selbst in Gedanken. Schreibe einen Brief. Lass das Gewesene immer wieder Revue passieren und betrachte es aus den Augen eines Elternteils. Einer Mutter oder eines Vaters, dessen Kinder ihr seid. Mit sehr viel Liebe im Herzen zu beiden Kindern oder nur zu dir alleine – wenn du den Konflikt nur mit dir ausmachst. Wie würdest du reagieren, wenn du dein Kind wärst? Was würdest du für Konsequenzen wählen? Was würdest du raten zu tun?

 

Eine starke Wirkung haben hier auch Affirmationen, die man sich mehrfach am Tag laut vorliest. Die Texte enthalten das sinnhafte Gegenteil von dem, was du aktuell fühlst und programmieren den neuen Sinn in dein Unterbewusstsein, so dass sich Verständnis, Mitgefühl und Vergebung einstellen kann.

Dies kann zum Beispiel sein:

Ich vergebe XXX und mir selbst für die Situation XXX, denn ich wünsche mir ebenfalls auf all meinen Lebenswegen Vergebung und Verständnis für die belastenden Emotionen, die ich andere Menschen durch mein Denken, Sprechen und Handeln erfahren lasse .

 

In dem Fall, wenn der Schmerz sehr stark ist und dich tatsächlich richtig ohnmächtige Rachegedanken überfallen, kannst du zum Beispiel diesen Text wählen:

Liebe/r XXX,

ich wünsche mir, dass du nachspüren und empfinden kannst, welche Wirkung deine Worte, dein Handeln und deine Gedanken auf mich haben. Ich wünsche dir die Möglichkeit, genauso zu empfinden, wie ich es gerade tue, damit wir uns beide verstehen können. Ich glaube daran und liebe dich.

 

Konflikte sind menschlich. Wir erfahren uns in einem Miteinander und nicht immer können wir Situation friedlich und harmonisch lösen. Das ist auch gut so! Streit ist Reibung und Reibung ist Feinschliff. Wichtig ist immer wieder nur, dass wir uns bemühen, jede Situation in Liebe zu lösen, auch wenn es manchmal ein bisschen Zeit braucht, sich diesen Wunden anzunehmen. 

 

Wie gehst du mit Konflikten um? Hast du einen wertvollen Ratschlag für die Leser und mich, einen Konflikt besser vergeben zu können? Ich bin gespannt auf dein Statement!

Alles Liebe

Deine Katja

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