Mach aus der Persönlichkeitsstörung ein starkes Selbstbewusstsein!

Persönlichkeitsstörung

ein hartes Wort, das trifft! Ins Mark! Automatisch hinterfragt sich ein sensibler Mensch „bin ich betroffen?“

Persönlichkeitsstörung Die allgemeine Definition für eine Persönlichkeitsstörung lautet:

durch abweichendes Erleben und Verhalten gekennzeichnete psychische Störung mit Ursprung im Kindes- oder Jugendalter

Weichen wir das ganze ein wenig auf, überdenken den Grundsatz und den Inhalt wird schnell klar, dass wir über negativ kindliche Prägung sprechen, die betroffenen Menschen zugefügt wurde. Auch dies klingt immer noch hart, anschuldigend oder klagend, bringt aber den Kern der Begrifflichkeit auf den Punkt und oftmals auch den Schlüssel für eigene uns belastende Verhaltens- und Denkmuster ins Schloss der Veränderung.

Immer wieder stoßen wir in unserem Leben an emotionale und belastende Grenzen, die uns im Vorankommen hindern.

Geplante Grenzen erkennen

Mit unbewussten Verhaltensweisen durch Prägung in der Kindheit ummauern wir unsere Fähigkeiten des freien Seins und Denkens. Wir setzen „geplante“ Grenzen, wo gar keine sein dürften und kommen an vielen Stellen auf unserem Lebensweg keinen Schritt weiter. Obwohl wir den Wunsch, das Ziel, den Plan doch direkt vor Augen haben!

Manchmal, in nicht seltenen Momenten, werden wir aufmerksam. Aufmerksam durch unser eigenes Verhalten auf eine Gegebenheit. Unsere Reaktion darauf erscheint dann plötzlich irrational. Oder wir werden aufmerksam gemacht – durch die Aussagen und das Verhalten, dass uns im Sozialkreis als Resonanz auf unser „Grenzverhalten“ entgegengebracht wird. Genauso wie durch die daraus resultierend verschobene Beziehungsebene, die sich zwischenmenschlich einstellt.

In den meisten Fällen allerdings hat uns das Leben so fest im Griff, dass wir gar nicht bemerken, warum bestimmte Lebens- und Sozialthemen aus den Fugen geraten.

 

Ich möchte dir hier zwei Beispiele nennen von Klienten, die ich in meiner Arbeit begleite: Persönlichkeitsstörung

Zum einen ist da die Mutter, dessen Kind auf die schiefe Bahn gerät und das ihr täglich auf der Nase herum tanzt. Die Mutter weiß nicht mehr weiter. Opfert sie sich doch so sehr auf für ihren bereits volljährigen Sprössling und stößt dabei an ihre eigenen Verhaltens- und Gedankengrenzen. Der Mutter geht es immer schlechter in der zwischenmenschlichen Situation, die sich mittlerweile vollkommen nachteilig in alle Bereiche ihres Lebens einschleicht.

Dem erwachsenen Halbstarken geht’s auch nicht besser, doch ist ihm das Leid der Mutter egal. Scheinbar. Ist ihm die Aufopferung zu viel. Kann er sich nicht selbst erfahren und ausprobieren und weiß dennoch, wenn er sich diese Freiräume schafft, dass dort ein ganz großes Sicherheitsnetz ist, das ihn in seinem freien Fall ins Leben auffangen wird: Mamas Aufopferung! Er muss sich nicht gesellschaftskonform verhalten, kommt er mit dem Gegensatz doch viel besser durch. Erhält er mehr Aufmerksamkeit und noch mehr Sonderwünsche erfüllt, denn Mamas Aufopferung und Zuwendung kennt keine Grenzen.

Mama hat gelernt:

Je mehr ich dem Jungen gebe, desto eher macht er, was er soll. Gibt sie sich doch unbewusst selbst die Schuld für das Verhalten ihres Sohnes. Sagt sie sich doch immer wieder, dass sie selbst etwas falsch gemacht haben muss. Sucht Fehler bei sich und findet keine. Was kann sie noch tun? Im Gedanken der allgegenwertigen Rolle der Aufopferin kommt diese Mutter gar nicht auf die Idee, dass genau dieses Verhalten der Grund für die zwischenmenschliche Beziehung zu ihrem Sohn und dessen ungebührliches Verhalten ist.

Aufarbeitung vergangener Erlebnisse

Hier nehmen wir Fahrt in die Vergangenheit auf und es wird schnell klar, dass die Mutter schon als Kind in einem Maß Verantwortung auf den kleinen Schultern balancieren musste, das einem Erwachsenen zugeschrieben werden kann. Familiäre Zerrüttung brachten sie damals früh an den Punkt, dass ihr Seelenkostüm offensichtlich am heilsten bleibt, wenn sie alle um sich herum zufrieden stellt. Dann herrscht Ruhe und Frieden. Dann ist Ordnung und Struktur in einer Familie zu finden. Wenn sie sich nur stark und schnell genug für alle anderen bewegt und Aufgaben abnimmt, die gar nicht ihre sind, dann ist ihr Umfeld entlastet und entspannt sich. Erst wenn alle anderen entspannt sind, kann auch sie sich entspannen, denn dann hat das kleine Mädchen und die heutige Frau keine sozialen, emotionalen oder familiären Zerwürfnisse zu erwarten. 

 

Kindliche Fehlprägung frühzeitig erkennen

Und dann ist da dieser Junge, der schon in frühen Jahren gelernt hat, was Verlust von geliebten Menschen bedeutet. Der für sich verinnerlicht hat: Wenn es zwischen erwachsenen Bezugspersonen zum Streit kommt, dann könnte es bedeuten, dass er wieder einen Verlust erleidet.

Den Verlust eines Menschen, den dieses Kind liebt. Also versucht dieser Junge mitzuhelfen. Dem entgegen zu wirken. Die Beziehungsebenen, die er in seinem kindlichen Denken noch gar nicht fassen kann, zu begreifen und von außen zu klären. Und stößt dabei auf vollkommene Überforderung und an seine persönlichen Grenzen, was ihm ein Gefühl das totalen Versagens und des ausgeliefert seins verschreibt.

Dieser Junge weiß zudem, was es heißt, sich außer der Reihe zu bewegen. Aus den vorgegebenen Spuren zu laufen. Er hat gelernt, dass er dies nicht tun darf, weil sonst genau dasselbe eintritt – der Verlust von geliebten Menschen. Nur auf einer anderen Ebene. Er wird bestraft mit emotionaler Kälte und Distanz, sobald er nicht genau nach den Regeln tanzt, die vorgegeben sind. Er kann sich kaum frei entfalten oder Grenzen testen, sein inneres Kind nicht ins ebenso innere Wachstum, in den gesunden Reifeprozess eines Menschen integrieren, weil das Überschreiten von Grenzen unweigerlich mit der für ihn größten Bestrafung überhaupt einhergeht: der bewusste Entzug von Liebe, Zuneigung, Geborgenheit und Anerkennung. 

Verhaltensanalyse und Selbststrategie

Also ist dieser beginnende Teenager unglaublich bestrebt, auf jede emotionale Regung seiner wichtigsten Bezugspersonen zu achten, um ja keinen Fehler zu machen. Um diese seelischen Schmerzen nicht spüren zu müssen. Immer in Habachtstellung, will er es jedem Recht machen und setzt sich dabei selbst einem immensen, psychisch-emotionalen Druck aus.

Sein Unterbewusstsein, dieser treue Gefährte, hilft ihm unermüdlich dabei, in dem es begonnen hat, ein Skript zu schreiben. Ein Drehbuch, einen Verhaltensplan, einen Lebensplan für genau diese Situationen, aus dem es die nötigen Verhaltensmuster entnehmen kann, um sie direkt in das Gefühl, die Gedanken, Worte und Handlungen des Jungen übertragen zu können. Ohne das dieser überhaupt etwas davon mitbekommt.

Ja, der Teenie ahnt nicht mal, dass sein gesamter Lebensplan für die Situationen „Verlustangst von geliebten Menschen und Sorge um Liebes-, Akzeptanz- und Anerkennungsentzug“ bereits vorgeschrieben wird. Diese Prägung, das Eintrichtern immer wiederkehrender Negativ-Konsequenzen zu einem bestimmten Verhalten oder Umstand, wird ihn für den Rest seines Lebens gefangen halten und ihn in solchen Situationen tanzen lassen, wie eine Marionette auf Autopilot. Gesteuert durch das vergangene Verhalten und die Prägung der wichtigsten Bezugspersonen.

Spätere Folgen und mögliche Konsequenzen

Dieser Teenager, der hoffentlich zu einem gesunden Mann heranwächst, wird wahrscheinlich mit eingestellter innerer Reife an seine emotionalen Grenzen stoßen, sobald eine ihm bekannte Situation auf Beziehungsebene, die mit Verlust und Liebesentzug einhergeht, auftritt. Egal wie alt er werden wird: Dieses Verhalten, dieser Autopilot, wird sich so lange von selbst in sein Denken, Fühlen und Handeln einbringen und alles durcheinander wirbeln, bis der zu einem Mann gewachsene Teenager erkennt, dass etwas an seinem Verhalten nicht stimmt. Das er sich „kindlich“ verhält. Bis er erkennt, dass er seine Vergangenheitserfahrungen immer wieder in die Gegenwart transportiert. Wie eine Schablone. Eine Schablone, die nicht mehr passt. Immer weniger, je älter er wird. Man erwartet von ihm ein angemessenes, reifes, bedachtes, sozial-integratives Verhalten. Doch diese Strategie hat er nie gelernt. Er kann nicht abrufen, was er nicht erfahren hat und so stößt der zukünftige Mann an seine Grenzen. Wird ohne Hilfe wohl nicht darüber hinaus wachsen können, wenn er nicht zurück zu den Wurzeln findet, um sein Unterbewusstsein neu zu programmieren. Um aufzuarbeiten und zu verstehen. Um zu akzeptieren und zu vergeben. Um sich selbst als Kind und als Mann zusammenzufügen. Die Kluft des Wachstums zwischen den beiden Persönlichkeitsebenen mit Leben und Verständnis zu füllen.

 

Verhaltensmuster bestimmen uns

Als Kinder sind sie in elementar beeinflussende Situationen geraten. Ihnen ist etwas passiert. Sie haben nichts gemacht, nein – ihnen wurde etwas ANGETAN! Sie wurden im negativen Sinne GEFORMT! GEBOGEN! BEEINFLUSST! Mit dieser Negativprägung und dem Schock, den solch emotionale Situationen auslösen, können Kinder nur sehr schwer fertig werden. Um es irgendwie händeln zu können, was dort plötzlich oder langfristig ihr noch kleines Weltbild ins Wanken bringt, suchen sie nach Lösungen und finden Strategien im Verhalten, die funktionieren.

Beide Personen, die erwachsene Mutter und der heranwachsende Teenager, werden also von Lebensthemen in Schach gehalten, die sie in einer langen Phase der kindlichen Prägung für sich übernommen haben.

Oftmals gibt es mehrere Eskalationen, Eklats und Zusammenbrüche von Lebensbereichen, die von diesen besagten Lebensthemen beeinflusst werden, bis ein Mensch aufmerksam wird und sich hinterfragt. Weil die Strategie, die der Erwachsene sich schon als Kind zurecht gelegt und über viele Jahre und Jahrzehnte gelebt und praktiziert hat, nicht mehr funktioniert. Sich einfach nicht mehr in die „Erwachsenen-Welt“ einbinden lassen will.

Jeder Mensch hat als Kind Situationen erfahren, die ihn empfindlich beeinflusst haben. Wir alle haben also entsprechende Verhaltensstrategien für genauso solche Gegebenheiten entwickelt.

 

Zu den prägendsten Lebensthemen gehören zum Beispiel:

  • Längere, anhaltende oder wiederkehrende Trennung von einem Elternteil

wie zum Beispiel täglich lange Fremdbetreuung, Trennung der Eltern, Aufenthalt in Pflegefamilien oder Kinderheimen oder die langfristige Betreuung durch andere Familienangehörige.

Genauso zählt dazu aber auch die emotionale Trennung – wenn fehlende Strukturen und ein stabiles Umfeld, genauso aber Liebe, Zuneigung, Nähe und Geborgenheit für einen längeren Zeitraum nicht gegeben sind.

 

  • Tod eines Elternteils, nahen Verwandten oder Geschwisterkindes

Wenn jemand stirbt, den man liebt, dann bricht eine Welt zusammen. Die bekannte Welt, in der man Sicherheit, Halt und Liebe empfangen und gelebt hat, besteht nicht mehr. Alle trauern – nicht nur das Kind selbst. Durch die eigene innere Traurigkeit, die es mit Worten schwer beschreiben kann und die anhaltende Trauer im Umfeld des Kindes, manifestiert sich der Gedanke beim Kind, dass es selbst an dieser Tragödie Schuld sein könnte. Kinder suchen, in Grenzsituationen, immer erst die Schuld bei sich selbst. Hier gilt es also immer wieder ins Gespräch zu gehen und dem Kind zu erklären, was der Tod ist und das dieser ein normaler Bestandteil des Lebens ist und absolut nichts mit dem Zutun des Kindes gemein hat.

 

  • Krankheiten von Bezugspersonen

Egal ob es sich um körperliche, psychische oder Suchterkrankungen handelt – das Kind lernt in einer solche Situation sehr schnell auf jede Veränderung der Atmosphäre, Stimmung, Gestik und Mimik zu achten, um frühzeitig auf eine Verschlechterung der Gesamtsituation vorbereitet zu sein. Im schlechtesten Fall überträgt auch hier das Kind die Schuld an dem Umstand „Krankheit“ auf sich selbst, wenn nicht rechtzeitig von Bezugspersonen interveniert wird.

 

  • Gewalt und Missbrauch

Körperliche Gewalt oder auch emotionaler und/oder sexueller Missbrauch haben folgenschwere Konsequenzen für das Kind, da solche Traumata heftigste Einflüsse auf die Entwicklung von physischen und psychischen Prozessen haben. Auch das Gehirn leidet darunter, wird es doch bei der bloßen Erinnerung an eine solche „Tat“ sofort in den Schock- und Ausnahmezustand zurückberufen und lenkt seine kompletten Ressourcen in die Bekämpfung der Situation. Entwickelt körperbezogene und emotionale Strategien. Themen wie Beziehungsebenen, Macht in Beziehungen, Unterordnung, Angst aushalten, körperlicher und seelischer Schmerz, fehlende und/oder krankhafte Liebe und Zuwendung prägen das Verhalten des Kindes langfristig ebenso krankhaft und führen zu erheblichen Störungen in der eigenen Identität.

 

  • Wiederkehrende und häufige Kritik, Abwertung, Erniedrigung und Demütigung

Hier entwickelt das Kind ein gespaltenes Verhältnis zu seinem Selbstwert und die fehlende Kompetenz, Selbstbewusstsein auszubauen. Es hat das allumfassende Bedürfnis, sich beweisen zu müssen und anerkannt zu sein, um sich selbst in Resonanz zu seinen Erfahrungen und Innenleben zu bringen.

 

  • Bevorzugung oder stärkere Aufmerksamkeit aufgrund von Krankheit gegenüber dem Geschwisterkind

Das hintenan gestellte Kind steht allgegenwärtig im Schatten des Geschwisterkindes und erfährt einen mangelnden Selbstwert, den es mit keinem Trick der Welt auszugleichen vermag. Hier entwickelt das Kind gleich mehrere Strategien, die in ein komplexes Verhaltensmuster zusammenlaufen, um sich gesehen zu fühlen, Liebe zu empfangen und Anerkennung seiner Person zu erfahren.

 

Selbstverständlich gibt es auch hier einen breiten Fächer an Erfahrungen, die ein Kind gemacht hat und die es nachhaltig beeinflussen. Vom Baby bis ins Teenageralter stellt der engste Kreis aus Bezugspersonen unser Universum dar. Aus der Prägung, die wir durch diesen Kreis erfahren, entwickeln sich Persönlichkeitsmuster und Verhaltensstrategien, die wir im Erwachsenenalter wiederum auf andere Situationen und in Beziehungsebenen projizieren.

Manchmal erkennen wir ein bestimmtes, wiederkehrendes Verhalten in einer Situation, weil uns die Situation selbst und ihr Ablauf aus der Kindertagen bekannt vorkommt. Als hätten wir eine verstaubte Erinnerung aufgedeckt, spüren wir plötzlich, dass unser eigenes Verhalten der Resonanzraum für das Verhalten ist, das uns entgegengebracht wird. Und wir halten inne. Beginnen vielleicht das erste Mal, zu überdenken. Uns, unser Denken und Verhalten, die Situationen, in denen es auftritt und suchen nach einer Lösung.

 

Selbstreflektion

Hier ist es wichtig, sich selbst zu reflektieren und vor allem – zurück zu gehen. Was habe ich erlebt? Was waren die wichtigsten Einflüsse in meinem frühen Leben? Welche Situationen haben mir am meisten Schmerzen bereitet und wie reagiere ich, wenn ich jetzt als Erwachsener mit einer ähnlichen Situation oder Thema konfrontiert werde?

Welche Gefühle steigen in mir auf, wenn ich mich mit einer Prägesituation auseinandersetze? Welche Bedürfnisse habe ich in dieser Situation? In welchen Bereichen meines SEINS reagiere ich „nicht normal“ – übertrieben gesteigert oder aber ablehnend distanziert? Und WARUM? Was will ich mit meinem Verhalten eigentlich bezwecken? Hierzu muss man sein inneres Kind verstehen und tatsächlich um die Ecke denken. Was uns als Erwachsener nicht mal im Traum als Lösung einfallen würde, scheint in die Welt eines Kindes genau hinein zu passen. Wir wachsen mit unseren Aufgaben, doch ein negativ geprägtes Verhalten bleibt starr. Wächst nicht mit. Daran lässt es sich identifizieren.

 

Grundbedürfnisse

Oftmals vermischen sich mehrere Lebensthemen. Je nach Prägung und Erfahrung taucht man ein in einen Dschungel aus Gefühls- und Verhaltensmustern, die es zu entwirren geht.

Hierzu kann man die Grundbedürfnisse des Lebens zu Hilfe nehmen:

Positives Denken, Gelassenheit, Geborgenheit, Spiritualität und Religiosität, Sinn im Leben, ethische Kommunikation, Vertrauen, Verzeihen, mitmenschliche Güte und Solidarität

Diese Grundbedürfnisse hinterfragend, vielleicht auch mit professioneller Hilfe eines Therapeuten oder Coaches, kommt man seinen Lebensthemen schnell auf den Grund. Man erkennt die „Abweichung der Norm“ und identifiziert sich das erste Mal zwiegespalten – als Erwachsener mit einem inneren Kind, dass unter negativen Prägungsfolgen leidet.

 

Ungewollte Glaubenssätze

Lebensthemen finden sich auch oft in Glaubenssätzen wieder, die man wie eine Art Mantra in sein Unterbewusstsein eingebettet hat. Dies können zum Beispiel sein:

  • Ich habe es nicht so sehr mit Gefühlen und bin eher ein logischer, analytischer und rationaler Mensch

Hier scheint die Prägung auf das Ausleben und die Kommunikation von Gefühl und Bedürfnis gepolt zu sein – die Person empfindet sich hilflos und überflutet im Bereich der gelebten Emotionen und sucht nach der Sicherheit in der Rationalität

Oder

  • Ich bin sehr gerne für andere da! Ich habe ein klassisches Helfersyndrom!

Hier hat die erwachsene Person gelernt, wichtige Bedürfnisse wie Akzeptanz, Anerkennung und Zuneigung, Wertschätzung der Person an sich, genauso wie Ruhe, Entspannung und Entlastung in der Aufopferung, Belastung und Minderwertigkeit ihrer eigenen Person zu finden. Diese Person kann es kaum aushalten für sich selbst zu sorgen oder sich in Ruhe oder Entspannung zu befinden. Ihr ganzes Bestreben gilt der Zufriedenstellung anderer Menschen, denn nur so kann sie sich selbst als Resonanz auf ihr Tun erfahren. Anerkennung gegenüber den eigenen Bedürfnissen ist vollkommen mangelhaft und wenn Bedürfnisse aufkommen, wird diese Person sie abtun oder sich selbst dafür bestrafen.

Mit der Einsicht und Weitsicht, der Erkennung der Defizite in bestimmten Lebensbereichen, kann man auf Musterforschungsreise gehen. Hierzu geht man weit zurück, in die entlegensten Winkel des kindlichen Erinnerns und erhält, auch gerne mit Einsatz von sogenannten „Triggern“ als Frage, Schilderung oder These formuliert, Einsichten und Hilfestellungen zur Klärung der Lebensthemen.

 

Eigenarbeit 

Wenn du in die Selbstarbeit gehst, ist es am besten, dies mit einem Partner zu tun, zu dem du großes Vertrauen hast. Das kann der Lebenspartner, die beste Freundin, ein Coach oder Therapeut sein – Personen außerhalb deines kindlichen inneres Kreises, die mit der nötigen Distanz und neutralen Haltung in die zusätzliche Bewertung und Aufarbeitung einer Situation hinein gehen können. Bitte schreibe dir deine Erinnerungen auf, ehe du anfängst, sie zu selektieren und gehe aus der Sicht einer dritten Person an die Auswertung deiner persönlichen Lebensthemen.

 

Neue Strategien finden

Dies ist ein sehr individueller Prozess, der die Persönlichkeit und Geschichte jeder Person berücksichtigt. Von daher kann ich hier natürlich nicht mit „So funktioniert es immer“ – Pauschalaussagen um die Ecke kommen. Sehr wohl kann ich dir aber einige Optionen an die Hand geben, die du in deiner Selbstarbeit erfolgreich einsetzen kannst:

  • Sobald du Lebensthema, Verhalten und Hintergrund analysiert hast, dann schlussfolgere das Bedürfnis, den Wunsch und das Ziel dazu heraus. Du musst die Antwort auf das WARUM in der Hand halten können.
  • Stell dir vor, du wärst das Elternteil deines inneren, traumatisch geprägten Kindes – Wie würdest du ihm helfen? Versuche als Mutter/Vater zu denken und zu handeln. Was würde deinem Kind jetzt gut tun?
  • Stille die Bedürfnisse in einem sicheren Rahmen. Dein inneres Kind muss das Gefühl haben, dass das Stillen der Bedürfnisse nicht automatisch unangenehme Konsequenzen mit sich bringt.
  • Wenn du das Bedürfnis hast, in dein altes Verhaltensmuster abzurutschen – tue genau das Gegenteil von dem, was du dann tun würdest! Als kleines Beispiel: Hast du zum Beispiel gelernt, vor unangenehmen Situationen wegzulaufen, dann stellst du dich dieser Situation sofort! Wenn du zum Beispiel Schwierigkeiten in der Kommunikation hast, schreibe dir auf, was du sagen willst und gehe dann direkt ins Gespräch. Oder du bist kaum im Stande, eine Grenze zu akzeptieren, ein Nein oder den Rückzug, die fehlende Kommunikation in einem Streit von der beteiligten Person, übe dich in Rücksichtnahme und Nachsicht. Einsicht und Geduld.
  • Akzeptiere die Umstände und beginne dann, sie zu verändern.
  • Versuche dich in die Rolle des oder der Erwachsenen hinein zu fühlen, durch die du die Negativprägung erfahren hast und entwickle Verständnis. Verständnis für sie, für dich und für deinen weiteren Weg.

Ich stehe dir hier sehr gerne helfend und beratend zur Seite.

Wenn du deine Lebensthemen aufspüren möchtest oder hier auch schon einen Schritt weiter bist, dann freue ich mich darüber, wenn du mich und alle anderen Leser an deinen Erfahrungen, Fortschritten und deiner Reise in dein ICH teilhaben lässt! Was hast DU erlebt?

Herzlichst

Deine Katja

 

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2 Antworten

  1. Regina Rakus sagt:

    Das Thema spricht mich sehr an.Ich arbeite zur Zeit an mein Schattenkind.

    • Katja sagt:

      Hallo liebe Regina,
      vielen Dank für dein Feedback, das freut mich sehr zu lesen. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Arbeit mit deinem Schattenkind und ein gefestigtes Bewusstsein für dein SELBST.
      Herzliche Grüße
      Katja

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